Der Stand der Dinge...

Shiatsu für Polizistinnen und Polizisten

Shiatsu für Vollzugsangestellte

Ein Job, der die Seele fordert. Durch meine 7.5-jährige Erfahrung als Polizistin und knapp 6-jährige Tätigkeit als Sozialarbeiterin in einer Justizvollzugsanstalt bin ich mir bewusst, in welchem Arbeitsfeld sich die genannten Berufsgattungen befinden und welchen Aufgaben, Gefahren und Risiken sie sich täglich zu stellen haben. Auch sind mir mögliche Reaktionen auf den Körper und sein System nach schwierigen Einsätzen, fordernden Gesprächen, traurigen Bildern usw. bekannt. Ich habe mich während meiner Zeit als Polizistin und Sozialarbeiterin (Justizvollzugsanstalt) intensiv mit verschiedenen Themen wie Stresssymptome, Trauma, Burnout, PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung), Ängsten, Depressionen, körperliche Beschwerden etc., auseinandergesetzt und mit vielen Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen sowie Vorgesetzten darüber diskutiert.


Polizei- und Gefängniswelt

Die Uniform signalisiert Stärke, in diesen oft sensible Menschen stecken. Jeder von uns reagiert auf besondere Ereignisse anders. Verarbeitungsprozesse können unterschiedlich verlaufen.

Mitarbeiter in der Polizei- und Gefängniswelt sind mit dem Thema Stress vertraut. Sie werden unterrichtet und können an Antistresskursen teilnehmen. Oft fehlt einem jedoch das Bewusstsein für das Vorliegen von "Stressbeschwerden" oder einer anderen Erkrankung.


auszüge von gesprächen aus der polizei- und gefängniswelt

Kann ich mir eingestehen, dass meine aufgetauchten Beschwerden allenfalls mit meinem momentanen Stress zu tun haben?


Könnte auch das schlimme Ereignis von letzter Woche Einfluss auf meine Schlaflosigkeit haben?Ich werde doch alleine damit fertig.


Ich will mein Ansehen nicht verlieren, schon gar nicht in meiner Berufsgattung, weshalb ich keine professionelle Hilfe beiziehen kann.


Ich schäme mich, kann jedoch nicht darüber sprechen. Professionelle Hilfe? Nein danke, ich gehe sicher nicht zum Psychiater.


Wenn ich Angst verspüre, lenke ich mich ab. Woher die Angst kommt, weiss ich nicht.


Ich mag nicht mehr, doch ich muss. Ich habe eine Familie zu Hause.


Mir wird schlecht, wenn ich am Morgen meine Uniform anziehen muss.


Ich vermisse die Anerkennung meines Vorgesetzten.


Ich kann nicht mehr schlafen und konsumiere deshalb Schlaftabletten oder trinke vor jeder Schicht ein Glas Wein.


Ich habe seit dem Schichtbetrieb Magenschmerzen und nehme dafür regelmässig Medikamente.


Suizidgedanken kenne ich.


Diese komplizierte Bürokratie kostet einem zuviel Nerven.


Meine Frau/mein Mann sagt, ich sei in den letzten Jahren sehr misstrauisch geworden.


Belastungsfaktoren

Stress, hohe emotionale Anspannung und potentiell gewalttätige Situationen können das psychische Wohlbefinden stören und haben einen direkten Einfluss auf das Immunsystem, das Herz-Kreislauf-System und die Leistungsfähigkeit. Psychosomatische Erkrankungen können die Folge sein.

Eine beträchtliche Stressursache und Grund für eine Überlastung stellen auch negative Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Kollegen und Vorgesetzten dar. Mangelnde Anerkennung, Benachteiligungen, dominantes, autoritäres Führungsverhalten oder die Ignoranz persönlicher oder organisatorischer Probleme führen zu Motivationsverlust, Isolation, Frustration und innerer Kündigung. Auch ein sozialer Anpassungsdruck stellen starke Belastungsfaktoren dar.


Stress und erhöhte Belastung in folgenden Situationen und durch folgende Faktoren:

Tod oder die Verletzung eines persönlich bekannten Kollegen


Gefährdung der eigenen Person


Situationen, in denen Kinder die Leidtragenden sind


Fälle, in denen sie erleben müssen, dass ihre Arbeit nutzlos ist, bzw. sich nichts verändert. Beispielsweise, wenn ein Täter bei einem Einbruchdiebstahl verhaftet wird, kurz danach wieder frei ist und erneut delinquiert.


schlechte Bezahlung


Schichtbetrieb


Feindseligkeit durch Bürger


Ansprüche und mangelnde Anerkennung von Vorgesetzten


Arbeitsüberlastung


Konflikte im Zusammenhang mit dem Arbeitssystem


Kritik von allen Seiten: vom Bürger, von Anwälten und auch aus den eigenen Reihen


Zusammenarbeit


Vertrauen in Kollegen


der Glaube an den Sinn des Einsatzes und an die persönliche Stärke


sich beobachtet fühlen


anderen Menschen nicht mehr trauen können, der Beruf bringt ein gewisses "Misstrauen" mit
Gedanken, wie zum Beispiel "mit meinem Verstand ist etwas nicht in Ordnung"


Empfinden, dass andere über sie reden würden


Empfinden, dass sie bei anderen nicht anerkannt seien


Angst vor dem Verlust des Ansehens vor Kollegen und Vorgesetzten


Häufig werden Gefühle massiv unterdrückt und Distanz geschaffen, z.B. indem eine tote Person versachlicht wird und nur als Objekt oder Spurenträger gesehen wird.


körperliche und seelische Beschwerden (siehe Shiatsu Anwendungsgebiet)


Ich kann meine Uniform nicht mehr tragen. Ich will sie nicht mehr an meinem Körper.


Ich kann die mir aufgetragenen Aufgaben nicht mehr erfüllen.


Griff zu Schlaftabletten und vermehrter Alkoholkonsum.


Fokus

Ich möchte besonders Menschen aus diesem Berufsbild bewegen, sich und ihrem System mehr Aufmerksamkeit zu schenken und den Mut zu haben, bei auftretenden Beschwerden die Ursache zu erforschen und dazu allenfalls professionelle Hilfe beizuziehen. Medikamente stehen für eine Symptombekämpfung. Komplementärtherapeutische Methoden erforschen die Ursache für Ungleichgewichte und Beschwerdebilder. Shiatsu ist eine der anerkannten Methode der Komplementärtherapie, welche bei einer Vielzahl von Beschwerden wirkt und den Menschen bei Veränderungsprozessen auf körperlicher und seelischer Ebene begleitet.